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AUF DER SUCHE NACH CHIANG MAI

8. Mai



Als eine der beliebtesten Städte Thailands wird sie bezeichnet. Hierher kommen die Blogschreiber, die Backpacker und die digitalen Nomaden, die ohne festen Wohnsitz herumreisen und von überall auf der Welt aus arbeiten. Unzählige Tipps finden sich in Reiseführern und in Reiseberichten im Internet. Hier kann man alles machen: Elefantenreiten, eine Fahrt auf einem Bambusfloß, Wandern, Fahrradfahren, eine Dschungeltour … Es gibt Berge, Stadtleben und viele Tempel. Also auf nach Chiang Mai!


Groß waren unsere Erwartungen, noch sehr präsent unser wunderbarer Aufenthalt in Bangkok. Wir freuten uns wieder auf das Großstadtleben. Und wenn man überall nur Gutes über Chiang Mai liest, dann muss da ja etwas dran sein. Oder?


Die Fahrt ging deutlich schneller als gedacht, und so standen wir dann am Busbahnhof. Fast neben McDonald‘s. McDonald‘s? Hm. Rein ins Sammeltaxi und ab in die Stadt. Wir hatten im Vorfeld einen Reiseblogger nach einer guten Gegend für unsere Unterkunft gefragt. Er hat uns die südliche Altstadt empfohlen. Und tatsächlich hatten wir eine günstige Herberge gefunden. Betrieben von einem Deutschen und einer Thailänderin. Vielleicht würden wir dort endlich mal auf ein paar uns ähnliche Backpacker treffen und könnten uns etwas austauschen. Dachten wir und buchten.


Das Sammeltaxi spuckte uns, vorbei an Starbucks, direkt vor dem Tor zur Altstadt aus. Ein Stück alte Stadtmauer mit einem Durchgang in der Mitte, der allerdings von einer Bühne verbaut war, auf der gerade eine thailändische Folkloregruppe musizierte. Also wanderten wir mit unseren Rucksäcken die Straßen entlang zu unserem Gästehaus. Vorbei an Hotels, Gästehäusern, Zimmervermietungen, einer deutschen Bierstube und einem Schnitzelladen, hinein in eine kleine Gasse, die rechts und links gesäumt war von Zimmern – mit und ohne Klimaanlage, mit Gemeinschafts- oder Einzelbad, buchbar mit oder ohne Frühstück.


Puh! Auf den ersten Blick etwas viel für mich. Also erstmal aufs Zimmer. Zwei Betten mit etwas abgenutzten Filzdecken, ein Kleiderschrank, eine Schminkkommode aus Holz, eine Toilette mit Dusche und ein Balkon mit Waschbecken. Uns war vollkommen klar, dass wir den Standard unseres letzten Hotels – ein riesiges Zimmer, sauber, irre viele Ablagen, eine Nobeldusche und dem Balkon mit Sicht auf den Wat – nicht würden halten können. Aber alles kein Problem, wenn es sauber ist. Was es leider nicht so ganz war. Haare auf dem Bett, eine Ameisenstraße quer über den Balkon, grellweiße Deckenbeleuchtung, die an ein Krankenhaus erinnerte. Aber wir wollten ja nicht pingelig sein. Dafür war es günstig. Halt nur anders als erwartet.


Wir hatten Hunger, und uns war sofort klar, dass wir aus der Altstadt rausmussten, vorbei an den Restaurants mit den etwas älteren und untersetzten Herren, die in Begleitung junger Thaifrauen ihr Bier schlürfen. Klischee hoch drei und völlig in Ordnung, jedoch nicht unser Ding. Bisher hatten wir auf unserer Reise noch kein Bedürfnis nach deutschem Essen oder deutschem Frühstück verspürt, das in unserer Unterkunft, sogar mit importiertem Gouda und Briekäse, angeboten wurde. Also sind wir über den Kanal, der die Altstadt malerisch einfasst, in ein (für uns) thailändisches Restaurant. Wobei „Restaurant“ nicht die passende Beschreibung ist. Grelles Neonröhrenlicht, Plastikstühle, karge Werkstattatmosphäre und wenig Auswahl auf der Speisekarte. Aber genau das hatten wir lieben gelernt. Wie eben auch die Garküchen auf der Straße, die wir erst viel später entdecken sollten.


Wenn der Hunger gestillt ist, sehen wir die Stadt sicher anders, hatten wir uns gesagt. So hungrig und etwas genervt steigert man sich da ja nur noch mehr rein. Sicher hatten wir die tollen Ecken nur noch nicht gefunden. Also noch einen kleinen Spaziergang Richtung Osten und zurück zur Unterkunft. Vorbei an den immer gleichen Plakaten, auf denen Ausflüge zu Elefantencamps beworben werden, mit Elefantenreiten und -baden, oder die Ziplineparks, in denen man mittels gespannter Seile von A nach B saust, und vor allem die Segway Gibbon Tour, bei der man mit einem Segway die Gibbons bestaunt. Jeder dritte Laden hier schien ein Ausflugsvermittlungsbüro zu sein, dazwischen die endlos vielen Hotels. Wie viele Touristen hier wohl in der Hochsaison sein mochten? Für uns unvorstellbar.


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*Um unsere Arbeit und diese Seite zu finanzieren, stellen wir hier jedes Kapitel auszugsweise für euch kostenfrei zur Verfügung.

 

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