Wieder Zuhause

Oft haben wir uns in den letzten Wochen gefragt, ob unsere vielen positiven Eindrücke dieser Stadt geblieben sind. Ob wir sie nicht im Kopf höher bewertet haben als sie eigentlich sind. Es war schließlich die erste Stadt unserer langen Reise. Da übertreibt man ja gerne mal ein wenig. Doch es war ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens.

Bangkok bleibt einfach unsere Stadt. Hier könnten wir uns vorstellen zu bleiben. Nicht für immer, aber für eine längere Zeit. Diese Stadt hat einfach alles. So viel Trubel, so viel Gewusel, wie wir es lieben. Eben eine richtige Großstadt. Aber sie hat auch Rückzugsorte voller Ruhe. Natürlich waren wir gleich in dem kleinen Park, in dem wir vor vier Monaten jeden Morgen unseren ersten Kaffee genossen und den Tag begrüßt haben. Winzig klein, aber so weit weg vom Stadtlärm. Man hört kein Auto, sitzt unter einem schattigen Baum auf einer Bank und schaut auf den Fluss oder den Thailändern bei ihrer Morgengymnastik zu. Traumhaft!

Und dann diese wunderbare Essenskultur. An jeder Ecke steht irgendein Stand. Überall kann man naschen oder sich satt essen. Statt drei feste Mahlzeiten isst man immer mal wieder zwischendurch. Mal was Süßes, mal eine kräftige Suppe, mal kurz angebratenes und knackiges Gemüse, mal einfach nur Obst. Herrlich lecker und dabei so gesund.

Und die Bewohner. Zwar gibt es Touristenzentren in der Stadt, aber dennoch ist es hier immer gut gemischt. Einheimische leben mit den Touristen, statt nur von ihnen. Wir wurden schon oft auf der Straße angesprochen, woher wir kommen und was wir vorhaben. Einfach so. Bekamen Tipps und Infos. Ein Zwei-Minuten-Smalltalk an einer Straßenecke. Man verabschiedete sich wieder und ging seiner Wege. Das ist so wunderbar. Und nein, nicht alle Thailänder lächeln unentwegt. Sie haben auch mal einen schlechten Tag, schlechte Laune oder sind einfach zu müde, um freundlich zu sein. Aber genau das macht sie so authentisch. Das lieben wir ja auch an Berlin. Etwas ruppig, aber im Grunde doch freundlich und herzlich.

Vergleichbar mit Berlin ist auch die Struktur der Stadt. Es gibt nicht ein Zentrum. Jedenfalls nicht für uns. Es gibt verschiedene Kieze. Direkt nebeneinander. Und jeder ist anders. Teilweise komplett verschieden. Diesmal haben wir uns einen Kiez im Norden gesucht. Unweit von unserem alten entfernt, nicht weit von der Kaosan Road. Kleine Gässchen, süße Restaurants, mit Pflanzen geschmückte Cafés. Eine kleine Oase inmitten der Stadt. Und doch an einer Hauptstraße gelegen, auf der täglich diverse Garküchen aufgebaut werden und uns mit kulinarischen Leckereien versorgen. Alles da. Es fehlt an nichts.

Eine Woche, dann bekommen wir Besuch aus Berlin. Katja wird ihren Urlaub hier mit uns verbringen. Und wir freuen uns schon riesig. Werden die Stadt nochmal mit anderen Augen entdecken. Weiter erkunden. Ihr unser Bangkok zeigen und mit ihr gemeinsam neue Ecken erkunden. Ach, es wird so herrlich. Etwas Abwechslung in unsere Reise bringen. Ein vertrautes Gesicht, Geschichten aus der Heimat. Und bis dahin gehen wir es ruhig an. Freuen uns an den vielen kleinen Dingen. An dem Leben, welches wir hier wieder aufsaugen. Und welches wir ein Stück weit bereits mitleben. Bangkok, so unendlich liebenswert.

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