Irgendwann sind wir dann tatsächlich in Buon Ma Thout angekommen. Leider war unser gebuchtes Hotel eine Katastrophe. Eines der dreckigsten Zimmer unserer Reise. Überall hingen Spinnen, das Fenster lies sich nicht schließen und es regnete hinein. Eine Nacht war machbar, aber eine weitere wollten wir uns nicht zumuten. Also raus, neues Hotel finden und am nächsten Tag umziehen. Ein bekanntes Spiel.

Buon Ma Thout soll die Stadt des Kaffees sein. Und ja, wir haben erste Plantagen auf der Busfahrt entdeckt. Auch gab es in der Stadt wahnsinnig viele Cafés, die wir jedoch auch in Hanoi und anderswo gesehen haben. Wir waren auf der Suche nach eine Kaffeetour. Einer Besichtigung der Plantagen oder einer Kaffeefabrik. Wir wollten bei der Ernte helfen, zugucken, was aus den gepflückten Kirschen passiert. Wie der Prozess weiter geht, den wir nur aus der Theorie kennen. Doch nichts.  Angeblich findet die Ernte erst in einem Monat statt. Ach wie ärgerlich.

Schön dagegen war, dass wir wieder beäugt wurden. Kaum waren wir wieder abseits der Touristen, schallte uns von überall ein „Hello!“ entgegen. Kinder winkten, Erwachsene grinsten, andere beobachteten uns auffällig unauffällig. Herrlich.

Eigentlich ist Buon Ma Thout ein ganz hübsches Städtchen. Besonders die beiden großen Markthallen. Eine voller Lebensmittel, die andere vollgestopft mit Kleidung. Da mir langsam meine Unterhosen ausgingen, denn nach jeder Reinigung wurden es komischer Weise weniger, kaufte ich mir neue. Welche der Marke „White Horse“, die aus einem kitschig, silbernen Pferd bestand. Sehr lustig.

Da die Stadt außer zwei Museen nicht wirklich viel zu bieten hatte, sind wir spazieren gegangen. Zu einem kleinen Dorf, welches direkt an die Stadt grenzte und doch ganz eigen war. Eine Siedlung, recht modern und fortschrittlich. Die Bewohner schienen etwas besser gestellt zu sein, wirkten wohlhabender. Dennoch konnten wir vereinzelt die alten Langhäuser aus Holz bewundern. Größere Bungalows, die in die Länge gestreckt waren und angeblich ganz ohne Nägel und Schrauben gebaut wurden. Doch die Zeit war nicht stehen geblieben und wir entdeckten die Nägel.

Wir tranken einen vietnamesischen Kaffee auf einer wunderschönen Holzterrasse in einem grünen Garten und liefen zurück zu unserem Hotel. Denn Markus hatte sich verhoben und seinen Rücken gezerrt. Menno! Also legte er sich ins Bett und ich stiefelte noch mal los, um etwas Essbares aufzutreiben. Was ich nicht wusste war, dass um unserem Hotel ein riesiger Nachtmarkt aufgebaut war. Und so schön die Atmosphäre auch war, es war auch ein komisches Gefühl. Denn das Beäugen, Winken und Starren ging weiter. Nur war ich diesmal allein. Fühlte mich wie Außenseiter.  Ich drängte mich durch die Menschmassen, überall fuhren Motorräder zwischen den Leuten mit und gegen den Strom, überall blickte ich in neugierige Augen. Hui. Schon etwas komisch. Ich kaufte zwei Tüten Popcorn und ein paar Waffeln und verschwand im Hotel.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Da Lat. Und siehe da, wir erblickten noch viel mehr Kaffeeplantagen. Arabica und Robusta. Die Berghänge waren voll von den Pflanzen. In Reihen angelegt, manchmal aber auch wirr verstreut. Nicht umzäunt oder anderweitig abgegrenzt, die Sträucher wuchsen einfach überall. Die meisten Kirschen waren groß und grün, doch immer wieder sprangen uns auch schön rote und teilweise sogar schwarze ins Auge. Vereinzelt wurden sie auf Planen am Straßenrand getrocknet. Ach, es war so schön anzusehen. Also hatte die Ernte doch schon begonnen.

Am Busbahnhof angekommen dann die Überraschung. Es war kalt. Fast zu kalt für Flip Flops und kurzen Hosen. Wow. Damit hatten wir so gar nicht gerechnet. Da Lat liegt knapp 1.500 Meter über dem Meeresspiegel. Eine hübsche Stadt in den Bergen. Zumindest auf den ersten Eindruck. Denn die Entdeckungen müssen noch warten. Heute ist Schontag.

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