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Duschen, packen und runter in die Hotellobby. Die Eigentümerin vom Hotel schloss uns die Tür auf, gab uns noch mit einem Nachthemd bekleidet unsere Pässe und setzte uns in den Bus, bevor sie wieder schlafen ging.

Nun stiegen wir also im Bus zu, dementsprechend voll war er bereits. So voll, dass es diesmal Markus war, der mitten auf dem gerade mal einen Meter schmalen Gang schlafen musste. Immerhin gab es eine Ledermatte, wie man sie aus dem Schulsport von früher kennt. Nicht wirklich weich, aber zumindest eine Unterlage. Naja, schön ist anders. Vor allem nach zwei so kurzen Nächten wie wir sie hatten. Da merkt man mal wieder, wie gut wir es in Deutschland mit Bus und Bahn haben. Hier bekommt man nichts zurückerstattet, wenn die Klimaanlage einen fast erfrieren lässt oder wenn es unerträglich heiß ist. Das Wort Pünktlichkeit gibt es auch nicht. Zumindest wird es wohl nicht oft benutzt. Und solange es noch irgendwo einen Meter freie Fläche gibt, wird diese verkauft und der Bus vollgestopft. Und trotzdem funktioniert es irgendwie. Und wir spielen mit.

Wir waren völlig aus dem Rhythmus, als wir in Hue ankamen. Da half auch kein starker Kaffee. Trotzdem rafften wir uns nach der Ankunft auf und liefen zur Zitadelle auf die andere Flussseite. Es soll das Highlight der Stadt sein, weswegen die meisten Touristen überhaupt herkommen. Dementsprechend teuer war auch der Eintritt. Aber was solls. Ab durch das große Tor, hinein in das Areal.

Doch was uns erwartete, war arg enttäuschend. Außer ein paar kleine Tempel war nichts Ursprüngliches mehr da. Die meisten Bauten waren neu, sahen toll aus, aber gaben nicht das Flair eines alten Königssitzes dar. Viele Häuser befanden sich zudem mitten drin, in der Fertigstellung, bestanden aus halb hoch gezogenen Mauern oder wurden gerade verputzt. Manche Areale, auf denen einst Anlagen standen, waren mit einer Mauer umzäunte Grünflächen voller Unkraut. Und die wenigen vorhandenen Tempel konnten uns auch nicht so recht überzeugen. In Vietnam bestehen sie oft aus kahlen Räumen und einem lieblos hingestellten Altar. Absolut nichts im Gegensatz zu denen in Thailand, die prunkvoll mit roten Samtteppichen und goldenen Verzierungen ausgestattet sind. Auch begeistern uns die Buddhafiguren in Thailand mehr, als die Figuren von Konfuzius hier. Vietnam ist da halt anders. Das ist ja auch gut so.

Jedenfalls waren wir sehr enttäuscht von der Zitadelle. Allein die Dachgiebel faszinierten uns, denn sie waren alle im gleichen Stil, wie wir sie auch anderswo in Vietnam schon gesehen haben. Auch die kleinen Geisterhäuschen sehen hier so aus. Allerdings auch wieder, im Gegensatz zu Thailand, innen sehr lieblos gestaltet. Naja.

Vielleicht lag es auch an unserer Stimmung, am fehlenden Schlaf oder einfach am falschen Zeitpunkt. Denn auch mit der Stadt Hue konnte ich nichts anfangen. Mir fehlte das Besondere. Ein Flair. Eine Atmosphäre. So beließen wir es dabei und planten unsere Weiterfahrt. Es kann uns ja auch nicht jede Stadt umhauen und begeistern.

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