Und schon wieder das gleiche Spiel. Ich sitze in unserem Frühstückscafé und trinke meinen ersten Kaffee, blättere virtuell in der Berliner Zeitung auf meinem Handy und schaue auf das Moped, welches ich gleich mieten werde, um runter zum Strand zu fahren und endlich mal morgens im Meer schwimmen zu gehen.

Doch der Himmel verdunkelt sich, ein erster Donner erklingt von den Bergen und es fängt an zu schütten. Wie gestern. Im Nu ist die Straße nass und all die Tropfen finden sich zu einem kleinen Bach am Straßenrand zusammen und strömen gemeinsam den Berg hinab. Wieder nix mit Frühsport. Ich schaue auf meine Wetter-App und sehe auf dem Radar ein paar Wolken über unserer Insel. Eigentlich gebe ich nichts mehr auf diese Vorhersagen, denn gerade was den Regen betrifft, stimmten sie bisher immer nur kurz bevor er bereits einsetzte. Da ist es besser auf die Einheimischen zu achten. Wenn sie anfangen ihre Planen zu spannen und alles was auf den Straßen steht rein zu räumen, dann geht’s bald los. Darauf ist meist Verlass. Ist das jetzt die Regenzeit? Die grüne Jahreszeit?

Gestern beim Abendessen hat der kleine Laden gegenüber den Umsatz des Jahres gemacht. Mit Regencapes. Lustig zu sehen, wie ein Tourist nach dem anderen hineinstiefelte und mit einem farbigen Säckchen Plastik in der Hand wieder heraus kam. Ja auch wir haben diese dünnen Regenfolien und waren auf dem Moped in Pai froh, sie dabei gehabt zu haben. Denn wenn es hier in Thailand losgeht, dann richtig. Meist nicht lange, aber mit ordentlich viel Wasser.

Und siehe da, es kommt auch schon wieder die Sonne heraus. Und damit die Frage, wage ich es und düse schnell los? Der kleine Straßenbach schwindet langsam, die Planen werden wieder abgehangen. Das sollte als gutes Zeichen reichen. Also rauf auf’s Moped und los. Mein Frühsport wartet. Und ich kann mir gerade keinen besseren vorstellen. Schwimmen im Meer.

Doch es soll nicht sein. Die junge Frau, die immer ein Lächeln auf den Lippen und gute Laune zu haben scheint, rät mir ab. Statt mir das Moped zu vermieten gibt sie mir meinen Ausweis als Pfand wieder zurück und bittet mich, später wieder zu kommen. Wenn die Sonne richtig scheint. Noch sei es nicht vorbei. Wow. So sind sie, die Thailänder. Schon echt toll.

Also beherzige ich ihren Rat, schnappe mir meinen Rucksack und gehe wieder zurück auf’s Zimmer. Warten. Auf gutes Wetter.

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