Es war ein kleiner Kraftakt. Wir sind mit dem Flugzeug in Bangkok gelandet. Diesmal auf dem anderen Flughafen. Inzwischen wissen wir wie der Hase läuft und haben den teuren Touristenbus links liegen gelassen und sind in den Linienbus eingestiegen. Zusammen mit den Einheimischen bis zum Chatuchak Markt. Von dort weiter zum Hotel. Wir haben unser altes Zimmer gebucht. In der Unterkunft, in der wir vor ein paar Monaten mit Katja waren. Denn dort kannten wir uns aus, dort war unser Bangkok.

Da an den Bushaltestellen nur die Busnummern, aber nicht die Wege angeschlagen sind, sind wir einfach in irgendeinen einen Bus eingestiegen. In die Nummer Drei. Denn irgendwo in meinem Hirn war gespeichert, dass diese Linie bis zu unserem Hotel fährt. Gewusst habe ich es aber nicht. Und so sind wir gefahren und gefahren. Inzwischen war es dunkel geworden. Der Blick aus dem Fenster verriet nichts. Keine Orientierung. Wo auch immer wir waren. Die Richtung war die richtige, aber der Weg gefühlt zu lang. Das GPS unserer Handys funktionierte nicht. Also gab ich auf. Raus aus dem Bus. Es begann zu regnen. Zu schütten. Wir waren leicht genervt. Denn auch draußen hatte es ewig gedauert, bis wir über unsere Handys wussten wo wir waren. Und dann das: Zu früh ausgestiegen. Nur ein paar Stationen. Aber zu weit, um im Regen zu laufen. Taxi? Wir wären klitschnass, bis wir dem Taxifahrer erklärt hätten wohin wir müssen und bis wir unser Gepäck in den Kofferraum gelegt hätten. Es goss in Strömen. Also auf den nächsten Bus warten und schnell hinein springen. Doch es kam keine 3 mehr. Irgendwann sind wir dann in einen anderen Bus. Und hatten Glück. Er fuhr die gleiche Strecke und setzte uns am Hotel ab. Die Laune war wieder da. Wir auch. In Bangkok. In unserem alten Hotel. In unserer Gegend. Naja, an unserer Gelassenheit Dinge zu nehmen wie sie sind können wir wohl doch noch arbeiten.

Und immer noch fühlen wir uns in dieser Stadt wohl und heimisch. Laufen die gleichen Wege entlang, die wir schon so oft abgelaufen sind. Besuchen die gleichen Garküchen und Geschäfte. Langeweile? Fehlanzeige. Unsere Blicke streifen weiterhin neugierig alles Gesehene. Wir erfreuen uns immer noch an den gleichen Dingen. An Gewohnheiten. Entdecken dabei Neues und tauchen noch tiefer ein. Freuen uns, in bekannte Gesichter zu blicken. Das Hotelpersonal, die Frauen aus dem Massagestudio, die Betreiber unserer Lieblingsgarküchen. Sie alle sind noch da. Es hat sich nichts verändert. Nur die Touristen haben sich vermehrt. Ach, es ist herrlich! Bangkok bleibt einfach unsere Stadt. Und auch die Trägheit ist verflogen. Entspannt haben wir gestern gleich eine kleine Runde gedreht. Alles beim Alten. Alles noch immer so schön.

Ein paar Tage bleiben wir auf jeden Fall in der Stadt. Dann wollen wir vielleicht noch einen kurzen Abstecher in den Nordosten machen. Den Isaan kennen lernen. Nur ein paar Tage. Viel Zeit ist ja auch gar nicht mehr. Und wer weiß, vielleicht ändern wir auch wieder unsere Pläne. Wäre ja nicht das erste Mal. Nur eine Verabredung steht fest. Ein weiterer Besuch steht an.

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