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Morgens 4 Uhr sind wir aufgestanden. Hunderte Lichter blinkten am Horizont auf dem Meer. Die der vielen Fischerboote. Außer den Grillen, dem Rauschen der Wellen und das Kikeriki der Hähne war nichts zu hören. Eine tolle Stimmung. Im Westen leuchtete der Himmel im dunklen Orange. Als würde die Sonne aufgehen. Doch es waren nur die Lichter der Stadt.

Mit dem Jeep ging es zu den 25 Kilometer entfernten weißen Sanddünen. Wir quetschten uns zu viert auf eine Bank, hinten auf der überdachten Ladefläche und vorn neben dem Fahrer saßen drei weitere Ausflügler. Aus den Lautsprecherboxen schallten harte Technoklänge. Laut und wummernd. Als kämen wir von einer heißen Partynacht, so fuhren wir durch die noch dunklen Straßen.

Am Parkplatz angekommen trafen wir auf weitere Jeeps mit weiteren Touristen. Im Gänsemarsch gingen wir die Dünen hinauf. Romantisch stieg am Horizont langsam die rote Sonne empor. Allerdings etwas versteckt hinter den Wolken. Wir blickten über den Sand hinweg auf viel Grün und ganz hinten auf das Meer. Natur pur. Wären da nicht die lauten, endlos knatternden Motoren der Quads, die man sich leihen konnte, um durch den Sand zu cruisen. Ganze fünf Sekunden hatten wir Stille, als sich eines der Fahrzeuge festgefahren hatte und die anderen zufällig gerade parkten. Dann ging es weiter. Es war fast grausam für die Ohren und die ganze Atmosphäre. Doch der Sonne störte dies nicht. Sie hatte es irgendwann durch die Wolken geschafft und strahlte uns inzwischen gelb leuchtend entgegen. Eine interessante Landschaft. Woher auch immer der viele Sand kam. Und warum auch immer er gerade hier frei lag und nicht von Grün überwachsen war wie an anderen Stellen in der Umgebung.

45 Minuten hatten wir Zeit, dann ging es zurück zum Parkplatz und weiter zu den roten Dünen. Näher am Meer mit mehr Sand und vor allem ohne Motorengeräusche. Statt dessen hörten wir die Vögel und das Brechen der Wellen. Schauten auf das Meer zu den vielen Fischerbooten und genossen die Landschaft. Für 30 Minuten. Dann fuhren wir zum Strand. In einem Fischerdorf. Hunderte Boote trieben im Wasser. Fischer kamen mit vollen Netzen und Eimern aus dem Wasser und kippten den Fang auf Matten und Plastikplanen. Frauen sortierten dann eifrig die Krebse, Fische und sonstigen Tiere in verschiedene Metallschüsseln. Alles wurde gewogen und direkt verkauft. Frischer gehts nicht. Es war herrlich den Leuten zuzusehen. Wie sie gekonnt und ohne sich zu verletzen die Scheren der Hummer mit kleinen Gummis umwickelten. Und wie viele Muscheln dabei waren, die schon kurze Zeit später auf irgendeinem Teller liegen würden. Klasse!

Es wurde heiß. Die Sonne stieg steil den Himmel hinauf. 7.45 Uhr. Markus Magen begann sich auf das Frühstück zu freuen. Doch vorher ging es noch auf eine kleine Flusswanderung. Zu den roten Canyons. Naja, es war eigebtlich nicht mehr als ein ausgewaschenen Flussbett. Der Weg war eher das interessante, denn wir liefen im Wasser und in einer ordentlichen Strömung auf weichem Sand. So weich, dass man langsam versank, sobald man stehen blieb. Was ich auch kurz tat, allerdings beim Laufen. Das Wasser war rot wie der Sand und ich trat in ein nicht sichtbares Loch hinein. Bis über die Knie. Alles nass. Tja, wenn man nicht aufpasst.

Zurück im Hotel gab es dann endlich Frühstück. Baguette, Omelette und einen heißen Kaffee. Lecker. Wenn man so früh schon auf den Beinen ist, bekommt halt auch früher Hunger. Klar. Das schöne an der morgendlichen Kurztour war, dass wir noch den ganzen Tag vor uns hatten. Ja, das frühe Aufstehen hat schon seine Vorteile.

Ansonsten hatte Mui Ne nichts zu bieten. Man mag es kaum glauben, aber das waren bereits die Highlights. Eine große Bucht mit einer lang gezogenen Straße. Ein paar Hotels, Restaurants und Shops. Weder idyllisch noch schön gemacht. Zurück blieb eine Frage: Wieso nur ist diese Stadt als Highlight im Reiseführer aufgeführt?

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