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Gestern ging es meinem Fuß schon deutlich besser. Also haben wir beschlossen, heute ganz früh aufzustehen und den Sonnenaufgang am Mekong zu bewundern. 5 Uhr klingelte der Wecker. Kaum zu glauben, dass wir vor gar nicht langer Zeit fast täglich sogar 15 Minuten früher geweckt wurden. Wie schnell man sich doch wieder an das Ausschlafen gewönnt.

Die Straßen von Vientiane lagen einsam im blauen Licht zwischen Nacht und Tag. Vögel zwitscherten uns von oben zu und die Luft war feucht vom Regen und angenehm klar. Es ist herrlich einer Stadt beim Aufwachen zu zusehen. Diese Ruhe und Leere. Wo vor Stunden noch Stände, Tische und Stühle standen, war jetzt alles aufgeräumt, weggeräumt und verschlossen. Kaum wieder zuerkennen.

Eine paar Mönche kamen uns entgegen. Zu weit weg, um sie von vorne zu fotografieren. Aber auffällig und sofort erkennbar in ihren orangefarbenen Roben. Sie liefen in einer Reihe hinter einander die Straße entlang, bogen vor uns in eine Gasse ein und entwischten uns.

Wir liefen etwas durch die Stadt und genossen die Einsamkeit. Die ersten Küchen wurden wieder aufgebaut, das Gemüse geschnippelt und Feuer gemacht, um das Wasser in den großen Töpfen zu erhitzen, in denen später die Suppen gekocht werden. Einen geöffneten Kaffeestand suchten wir allerdings vergeblich.

Wir gingen hinunter zum Wasser. Zum Mekong. Zur Terrasse, auf der jeden Abend Sport getrieben wird. Aerobic für alle. Unter freiem Himmel. Auf Holzkisten stehen dann die Trainerinnen und machen die Übungen vor. Geben über ihre Headsetmikrofone die Anweisungen und rufen die nächsten Schritte aus. Im Takt der Musik, die völlig übersteuert über die Menge dröhnt. Über hundert oder mehr Menschen in Sportanzügen. Einheimische und Touristen. Schwitzend heben sie ihre Beine im Takt, winkeln ihre Arme an und drehen sich um die eigene Achse. Immer wieder. Bis eine neue Übung Abwechslung in die Choreographie bringt. Doch jetzt war nichts davon zu sehen. Die Steine waren leer und die Musik nicht mal zu erahnen.

Eigentlich wollten wir zu dem Elefant hinunter gehen. Gebaut aus Sand stand er da und hat dem Regen der letzten Nacht getrotzt. Doch daraus wurde nichts. Erstaunt stellten wir fest, dass das Wasser gestiegen ist und sein Territorium zu einer Insel geformt hat. Der Weg hinunter ist nicht mehr zu erkennen. Und dort, wo gestern noch hohes Gras stand, watscheln ein paar Fischer im Wasser und werfen ihre Netze aus. Einer kam sogar mit einem Boot angefahren. Die Auswirkungen der Regenzeit. Schön anzusehen und mitzuerleben.

Wir gingen die Straße zurück zu unserer Unterkunft. Ein paar Mönche fegten die Straße vor ihrem Wat. Ein skurriles Bild, wie sie in ihren Orange leuchtenden, sauberen Umhängen mit Besen aus Stroh den Dreck der Straße zusammentrugen. Ein schöner Morgen. Wir gingen auf unser Zimmer, schalteten unseren Wasserkocher an und genossen unseren ersten Kaffee.

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